Hospizlauf kehrt aus Coronapause zurück: Gute Stimmung trotz trüben Wetters
Laufen in der City
Wer in diesem Jahr beim Hospizlauf auf die Strecke ging, musste tapfer sein. Denn von Anfang bis Ende begleitete Dauerregen die Aktiven. Dennoch gab es reichlich Teilnehmer.
Ob es schon mal so schlechtes Wetter bei einem Hospizlauf gegeben hat? Moderator Peter Blaschke war sich sicher: Nein, nahezu Dauerregen über die gesamte Zeit, das habe er noch nie erlebt. Da war es schon fast überraschend, wie viele Menschen zum Start um 11 Uhr erschienen waren. Bürgermeister Dimitrios Axourgos gab den Startpfiff und freute sich, dass endlich wieder ein Hospizlauf in der Innenstadt stattfinden konnte.
Vor Ort und virtuell wurde gelaufen
Während der Corona-Zeit hatte sich die Hospiz-Initiative auf „virtuelle Hospizläufe“ verlegt. Das heißt, wer laufen wollte, organisiert das selbst und meldete die gelaufenen Kilometer der Hospiz-Initiative. Die kam dann auch zu dem einen oder andern mit einem Banner vorbei und dokumentiert so den Lauf und die Läufer. In diesem Jahr war beides möglich.
Am Start waren auch wieder viele Grundschüler. Deren Runden sponsern traditionell die Mitglieder des Schwerter Damen-Lions-Club Caelestia. Pro gelaufene Runde erhielten die Schülerinnen und Schüler ein Gummiband, mit dem sie dann stolz ihre Laufleistung nachweisen konnten.
Auch einige Gruppen waren unterwegs. Lokalpolitiker liefen für ihre Partei oder für sich selbst und rund um der Strecke gab es Verpflegungsstände, wie den vom Ruhrtal-Gymnasium. Dort wurden Äpfel und Bananen angeboten.
Und auch als es am Nachmittag bei strömendem Regen doch sehr einsam auf der Stracke wurde, hielten die beiden Moderatoren Peter und Michael Blaschke durch, feuerten die Läufer an und spielten Musik.
Nach wie vor ist der Hospizlauf das wichtigste Benefizevent für das Hospiz. „Als wir vor Jahren den ersten Lauf gestartet haben, konnten wir uns gar nicht vorstellen, zu was für einem Ereignis dieser Lauf wird“, sagt Jochen Bösel, Vorstand der Hospiz-Initiative. Deshalb entschied man sich, auch in diesem Jahr wieder einen echten Lauf auf dem Postplatz zu organisieren. Das war deshalb ein Kraftakt, weil das Hospiz gerade ausgebaut wird. Das erfordert viel Engagement, macht aber auch jenen Spenden-Cent dringend notwendig. Zudem muss das Hospiz fünf Prozent seines Betriebs selbst finanzieren. Die Patienten zahlen nichts.
Bürgermeister Dimitrios Axourgos betonte, wie wichtig ein Hospiz auch für eine Stadt von der Größe Schwertes ist. Denn Hospizplätze sind bundesweit immer noch eine Mangelware. Dennoch hatte sich Axourgos in diesem Jahr nicht selbst ins Laufshirt geworfen. Ein enger Terminplan, erklärte er. Deshalb werde er so spenden.
Es war der 18. Hospizlauf, hätte aber eigentlich bereits der 20. sein können. Denn zweimal musste das große Event wegen der Coronapandemie ausfallen. Dennoch befand Jochen Böse: „Es ist ein ganz besonderer Lauf, denn der Hospizlauf wird volljährig.“
Mit dabei waren auch wieder die Aktiven der German Garrison, dem größten Starwars-Kostüm-Verein Deutschlands. Eigentlich wollten die Trooper, Darth Vader und Co. nur helfen und Spenden sammeln. Dann ging aber der eine oder andere doch auf die Strecke. Unter anderem, um einen Läufer mit Handicap bei seinen Runden zu unterstützen.
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.