Die Linie des Bürgerbusses Heek-Legden wird rege genutzt. Hier auf dem Foto (v.l.): Heeks Bürgermeister Josef Weilinghoff mit Ludwig Eynck, Egon Kiehl und Walter Sosul (alle Bürgerbusverein).

© Elvira Meisel-Kemper

Keine 40. Haltestelle für den Bürgerbus: Wer hat das Nachsehen?

rnBürgerbusverein Heek-Legden

Zwischen Idee und Entscheidung lagen mehrere Monate. Doch jetzt ist die Entscheidung gefallen. Der Bürgerbus Heek-Legden bekommt keine 40. Haltestelle. Doch warum und wer hat das Nachsehen?

Heek

, 09.01.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es dauerte einige Monate, ehe eine Entscheidung gefallen war. Es wurde viel angeschaut, ausprobiert und beraten. Doch am Ende mussten alle Beteiligten einsehen, dass es keinen Sinn macht.

Die Linie des Bürgerbusses Heek-Legden wird keine zusätzliche Haltestelle bekommen. Doch was gab den Ausschlag und wer hat jetzt das Nachsehen?

CDU-Antrag bringt Stein ins Rollen

Alle, die in der Bauerschaft Ahle wohnen und die Hoffnung hatten, dass der Bürgerbus in Zukunft auch im Bereich der Ahler Kapelle halten würde, dürften jetzt enttäuscht sein.

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Angestoßen durch einen CDU-Antrag keimte zunächst die Hoffnung, dem sich offenkundig geänderten Bedarf gerecht werden zu können. Doch in der letzten Ratssitzung 2021 wurde das Thema begraben.

„Das Thema ist sehr komplex. Mal eben die Streckenführung ändern, das geht nicht. Die Nachteile waren am Ende zu offensichtlich“, erklärt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff dazu auf Anfrage der Redaktion.

39 Haltestellen ab Legden über Asbeck, Schöppingen/Gemen, Averbeck, Nienborg, Ahle, Ammeln bis nach Ahaus steuern die Fahrerinnen und Fahrer des Bügerbusses auf der einstündigen Fahrt an. Der Fahrplan ist eng getaktet.

Änderung hätte Zeitverlust bedeutet

Mit einer der Gründe, warum eine Änderung der Streckenführung letztlich verworfen wurde. Drei Alternativen zu der bestehenden Route haben die RVM, der Bürgerbusverein und die Gemeindeverwaltung zuvor in Augenschein genommen. Und ausprobiert.

Quintessenz: Auf allen drei Route ergaben sich Zeitverluste von mehreren Minuten. Andere Haltestellen hätten wegfallen müssen und einige für die Routenänderung notwendige Wege waren für den Bürgerbus nicht geeignet. Stichwort enge Wirtschaftswege.

Knapp 10.000 Fahrgäste nutzen 2019 das Angebot der Bürgerbuslinie.

Knapp 10.000 Fahrgäste nutzen 2019 das Angebot der Bürgerbuslinie. © Archiv

Und eine Änderung hätte auch den ursprünglichen Gedanken der 1985 gegründeten Bürgerbuslinie untergraben. Denn die Streckenführung des Bügerbusses soll jene Bereiche abdecken, die nicht von den Bussen der RVM angefahren werden.

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Genau das wäre aber bei den drei getesteten Alternativrouten nicht mehr der Fall gewesen. Die Schnellbuslinie S70 oder die Regionalbuslinie R77 bedienen die Straßen der getesteten Alternativrouten bereits im Stundentakt.

Änderung „nicht verhältnismäßig“

Zur Verdeutlichung: Wäre tatsächlich eine Haltestelle des Bürgerbusses an der Ahler Kapelle eingerichtet worden, wäre diese nur rund 500 Meter von der Haltestelle „Ahle Kapelle“ und etwa 700 Meter von der Haltestelle „Ahle Hovestadt“ entfernt. Beide liegen an der L573.

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Auch diese geringen Entfernungen spielten letztlich eine Rolle in der Entscheidungsfindung, wie die Verwaltung mitteilt. Eine Änderung der Linienführung wäre „nicht verhältnismäßig“ gewesen.

Die Pläne sind vom Tisch: Der Bürgerbus wird nicht an der Ahler Kapelle halten.

Die Pläne sind vom Tisch: Der Bürgerbus wird nicht an der Ahler Kapelle halten. © Markus Gehring

Ebenfalls vom Tisch ist die Idee, die Bügerbusline an das Lukas-Krankenhaus in Gronau anzubinden. Begründung: Durch den zusätzlichen Zeitaufwand hätte die Anzahl der Touren reduziert werden müssen.

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Etwas, das natürlich nicht im Sinne der zahlreichen Fahrgäste gewesen wäre. Waren es 2017 bei 2490 Fahrten 7558 Fahrgästen, ist die Zahl bis 2019 (aktueller Datenstand) bei 2480 Fahrten auf 9429 Fahrgäste gestiegen.