Fußball

Ganz Wacker feiert - Vor allem nachdem ein Spieler das Krankenhaus verlassen hatte

Eine Fußball-Saison kann sich lang hinziehen. Sehr lang manchmal. Bei Wacker Obercastrop III sogar bis zum 22. Juni um 21.12 Uhr. Erst da war der Aufstieg in die Kreisliga B perfekt.

Castrop-Rauxel (CAR)

, 24.06.2022 / Lesedauer: 3 min

Im Fußball gehört zu einem Aufstieg neben dem eigenen Können auch immer Glück. Für Wacker Obercastrop III sogar doppeltes Glück - was eher ungewöhnlich ist. Als letztlich der Jubel nach einem 5:0-Sieg im Aufstiegs-Wiederholungsspiel zur Kreisliga B gegen den VfL Herne aufbrandete, war alles andere vergessen.

Doch zurück zum Wacker-Glückfaktor. Nummer eins: Eigentlich waren alle Aufstiegs-Hoffnungen schon abgehakt - dann aber leistete sich der VfL Herne einen Ausrutscher (1:1) beim Tabellen-Vorletzten SuS Merklinde II. Wacker III war wieder im Rennen.

Glück Nummer zwei: Das erste Aufstiegsspiel gegen Herne wurde abgebrochen, weil ein VfL-Spieler den Schiedsrichter geschlagen hatte. Im Nachhinein wurde festgestellt, dass Obercastrop einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte. Wäre die Ohrfeige des VfL-Spielers inklusive Spielabbruch nicht passiert, wäre Herne jetzt B-Kreisligist.

Wacker III feierte ausgelassen den Aufstieg. © VOLKER ENGEL

Was beim Wiederholungsspiel auf dem neutralen Schweriner Sportplatz ablief, war kein Glück mehr - das war Können der Wacker-Fußballer. Der VfL Herne wurde 5:0 besiegt. Das Feiern an einem Mittwochabend hielt sich indes in Grenzen. Das hatte man ja schon nach dem 5:4-Sieg im ersten Aufstiegsspiel ausgiebig getan. Zu früh, wie sich später herausstellte mit dem Wiederholungsspiel.

„Die Emotionen kochten diesmal nach dem Schlusspfiff nicht so hoch wie nach dem ersten Aufstiegsspiel. Die Spieler, die am anderen Morgen arbeiten mussten, waren schnell weg. Andere sind zur Erin-Kampfbahn gefahren, um mit unserer U19 den Doppel-Aufstieg zu feiern“, sagt Trainer Özbek zum Rest des Abends.

Für Sencer Özbek war es das letzte Spiel als Wacker-III-Coach: „Ich hatte das ja ohnehin nur organisatorisch übernommen - im Grunde war ich Spieler in diesem Team.“ Özbeks Augenmerk gilt dem Wacker-Jugendfußball. Er trainiert in der neuen Saison die Obercastroper U17, die in der Bezirksliga kickt.

Gegen 23 Uhr sei noch der erlösende Anruf von Torwart Erjon Gudra gekommen mit der Botschaft, dass es ihm gut geht und er nach einem Gesundheitscheck im Krankenhaus wieder daheim sei, erklärt Özbek: „Was wäre jeder Aufstieg wert, wenn unserem Torwart mehr passiert wäre?“ Keeper Gudra war während des Spiels mit Herzproblemen und Schwindelgefühlen länger auf dem Sportplatz behandelt worden, ehe er per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde.

Wacker-Vorsitzender Martin Janicki (gelb) freute sich gleich über zwei Aufstiege. © VOLKER ENGEL

Kurz noch zum Spiel. Stocksauer auf Schiedsrichter Tim Zahnhausen waren Hernes Trainer Guido Basten und Björn Schön ab Wackers Elfmeter zum 2:0 (33.). Herner Spieler-Proteste rund um Zahnhausen wegen dieses angeblich unberechtigten Elfmeters gipfelten in einer Roten Karte für Chihab Mouloundi. Ab da kritisierten die VfL-Trainer quasi jede Entscheidungen des Schiedsrichters gegen ihr Team.

Beim Schlusspfiff nach 105 Minuten wegen der längeren Unterbrechung bei Wackers Torwart-Erstbehandlung auf dem Sportplatz, jubelte Klubchef Martin Janicki lautstark: „Doppel-Aufstieg, Doppel-Aufstieg, hey, hey, hey.“ Wie das? Ein Vorsitzender muss eben bei aller Freude über den Kreisliga-B-Aufstieg seines Teams das große Ganze im Auge behalten. Janicki wusste natürlich, dass Wackers U19 zeitgleich in die Bezirksliga aufgestiegen war. Der 22. Juni war ein sehr schöner Sommerabend für die gesamte Wacker-Familie.

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