Akademie-Direktorin Antje Valentin (l.) und Bibliotheksleiterin Sabine Lahl zeigen, wie sich aus den Doppelstock-Betten bei Bedarf ein Einzelzimmer bauen lässt.

© Bernd Schäfer

Neuer Glanz in der Landesmusikakademie kostet 1,9 Millionen Euro

rnGrundlegende Sanierung

Endlich können sich alle Besucher der Landesmusikakademie nach einem anstrengenden Probentag richtig ausstrecken: Für 1,9 Millionen Euro wurde saniert. Unter anderem gab‘s längere Betten.

Nienborg

, 06.02.2022, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Zimmern der Landesmusikakademie hat sich trotz Sanierung nicht viel verändert: Mobiliar wie Schränke, Tische und Stühle haben die vergangenen 32 Jahre seit Inbetriebnahme des Hauses so gut überstanden, dass es weiter verwendet wird. „Das ist eine tolle Qualität“, sagt Akademiedirektorin Antje Valentin.

Mehrere Zehntausend Gäste haben seit 1989 in den Zimmern des Gebäudes zwischen Langem und Hohem Haus übernachtet, von jungen Schülern bis hin zu Senioren. „Obwohl immer alles gut gepflegt wurde, war die Ausstattung doch in die Jahre gekommen“, erklärt Antje Valentin den Wunsch nach einer Renovierung.

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Gut fünf Jahre wurde mit dem zuständigen Ministerium verhandelt, ehe die 100-prozentige Kostenübernahme durchs Land 2019 als eine Art „Geschenk“ zum 30-jährigen Bestehen der Landesmusikakademie verkündet wurde.

Komplettsanierung statt kleiner Renovierung

Eigentlich sollte nur hier und da ein bisschen renoviert und modernisiert werden. Bei den Arbeiten stellte sich aber heraus, dass die Brandschutzanlagen nicht mehr den heutigen Standards genügen.

„Dadurch sind die Eingriffe ins Haus viel tiefer geworden, es wurde eine Komplettsanierung“, erklärt die Direktorin, warum sich die Arbeiten deutlich länger als geplant hinzogen: Decken- und Bodenmaterialien mussten ausgetauscht, eine Fluchttreppe an der hinteren Gebäudeseite angebracht werden.

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Aber dann kamen auch noch coronabedingte Pausen bei den Handwerksbetrieben und Materialknappheit hinzu. Die inneren Brandschutztüren etwa wurden Monate später geliefert als geplant. „Jetzt sind wir froh, dass wir fertig sind.“

Zumindest mit dem einen Gästehaus. Jetzt kommt noch das gegenüberliegende Gästehaus 3 an die Reihe, an dem eigentlich parallel hätte gearbeitet werden sollen. „Aber das Haus ist baugleich – alles, was wir hier geübt haben, wird dort noch einmal gemacht. Und da hoffentlich schneller.“

Sanierung kostet rund 1,9 Millionen Euro

Jedes der Zimmer mit jeweils ein bis vier Betten hat nun ein eigenes Bad, sämtliche Heizungen wurden erneuert und die komplette Beleuchtung auf LED umgestellt. Insgesamt kostet die Sanierung beider Häuser rund 1,9 Millionen Euro, von denen das Land NRW den mit Abstand größten Teil übernimmt. 50 000 Euro hat aber auch die NRW-Stiftung beigesteuert, mit denen vier Zimmer barrierefrei umgebaut worden sind. Wenn auch das Gästehaus 3 saniert ist, können – wenn die Coronaauflagen beendet sind – 152 Betten in 70 Zimmern genutzt werden.

Und werden das auch: „Wir sind schon für das ganze Jahr ausgebucht“, freut sich Antje Valentin über Besucher. Höchstens für kleine Gruppen seien unter der Woche noch ein paar Termine frei. Die ungestörte Arbeit in der idyllischen Ringburganlage ist offenbar beliebt. „Man geht hier in Klausur für die Musik“, beschreibt die Direktorin das Gefühl.