Bundesliga-Neustart: Sky profitiert - internationale Presse begeistert

Borussia Dortmund

Nicht nur der BVB triumphiert beim Re-Start der Bundesliga, der Pay-TV-Sender Sky fährt Rekordzahlen ein. Auch die internationale Presse ist begeistert.

Dortmund

, 17.05.2020, 12:28 Uhr / Lesedauer: 3 min
Viele Fußball-Fans verfolgten die Bundesliga-Konferenz am Samstag auf „Sky Sport News HD“.

Viele Fußball-Fans verfolgten die Bundesliga-Konferenz am Samstag auf „Sky Sport News HD“. © dpa

Sky ist einer von vielen Profiteuren der Bundesliga-Rückkehr. Der Pay-TV-Sender kam am Samstag auf einen Marktanteil von über 60 Prozent. Rekord. Wie das Medienmagazin dwdl.de berichtet, hat Sky mit der Konferenz und den Einzelspielen um 15.30 Uhr 3,68 Millionen Zuschauer erreicht - mehr als doppelt so viele wie an „normalen“ Spieltagen. Hinzu kommen die guten Zahlen, die Sky im Free-TV generieren konnte.

Re-Start der Bundesliga: Sky fährt Spitzenwerte ein

„Schon beim Gesamtpublikum lag der Marktanteil bei herausragenden 27,4 Prozent. Dazu kommen weitere 2,45 Millionen, die die Konferenz beim Free-TV-Sender Sky Sport News HD verfolgten, der sich über einen Marktanteil von 18,2 Prozent freuen durfte. Noch beachtlicher sind die Quoten jedoch in der Zielgruppe, wo Sky im Pay-TV auf 1,62 Millionen 14- bis 49-jährige Zuschauer sowie herausragende 37,7 Prozent Marktanteil kam, während im Free-TV knapp eine weitere Million Fans gezählt wurden, die für 22,6 Prozent Marktanteil sorgten“, heißt es in dem Bericht.

Video
BVB gegen Schalke ohne Zuschauer - ein beklemmendes Gefühl

Weniger Profit konnte hingegen die Sportschau aus der aktuellen Situation schlagen. 4,11 Millionen Zuschauer vermeldete die ARD-Sendung. Ein guter Wert, aber eben auch kein Ausreißer nach oben. „Beim Gesamtpublikum wurden 19,1 Prozent Marktanteil erzielt, bei den 14- bis 49-Jährigen noch 15,0 Prozent. Das aktuelle Sportstudio im ZDF verfolgten später am Abend übrigens noch 2,11 Millionen Fans.“

Re-Start der Bundesliga: So reagiert die internationale Presse

Viel Aufmerksamkeit erregte die Bundesliga auch im Ausland. Die internationalen Pressestimmen im Überblick:

„Sonntagszeitung“, Zürich (Schweiz): „Als der 26. Spieltag beginnt, passiert zuerst vor allem eines. Die Schreie der Trainer und Spieler prallen an den Tribünen ab. Es hallt durch die Stadien, als ob in Höhlen gespielt würde. (...) Wie war’s an diesem Geisterspiel-Premierentag? Schon sonderbar immer wieder. Dortmund stürmt aufs Schalker Tor - im Stadion bleibt’s still. Freiburgs vermeintliches 2:1 gegen Leipzig Sekunden vor Schluss wird vom Videoschiedsrichter aberkannt - null Aufregung. Vergebene Großchance? Irgendwie auch nicht so schlimm wie sonst. Ist das der Fußball, den die Welt sich wünscht? Nicht unbedingt. Doch besser als nichts ist es. Im Moment zumindest. Wie es in drei, vier Wochen aussieht, ist eine andere Frage.“

Jetzt lesen

„The Independent“, London (Großbritannien): „Es mag nicht Fußball gewesen sein, wie wir ihn kennen. Aber es war Fußball. Und irgendwie war es wohl passend, dass Erling Haaland, der weithin als die Zukunft dieses Spiels gesehen wird, das erste Tor der neuen Post-Covid-Ära geschossen hat. Dass Dortmund vor diesem Hintergrund exquisiten Fußball geboten hat, war umso passender und erfreulicher. (...) Die Bundesliga hat gezeigt, wie es geht. Sie hat für diesen Sport einen Präzedenzfall geschaffen. Das wird helfen, das Denken zu verändern. Sicher war dies nicht die Art und Weise, die wir uns für das Comeback des Fußballs gewünscht hätten. Ganz bestimmt war das keine Derby-Atmosphäre, insbesondere keine Revierderby-Atmosphäre. Es hatte überhaupt keine Atmosphäre. Das ist natürlich nicht zu bevorzugen, denn es ist einfach nicht dasselbe ohne die Fans. Aber es ist immer noch besser, als gar kein Fußball. Und sicherlich besser, als keine Fußballklubs mehr zu haben.“

Jetzt lesen

„De Telegraaf“, Amsterdam (Niederlande): „Es ist ein surrealer Fußballnachmittag im Signal Iduna Park und den fünf anderen Bundesliga-Stadien, wo am Samstagnachmittag um halb vier der Startschuss zur Wiederaufnahme der Bundesliga fiel. Ganz Europa schaut zu, wie Deutschland als Vorreiter den Profifußball in der Coronazeit wieder aufnimmt. Mit einem sehr strengen und umfangreichen Maßnahmenpaket meinen der Deutsche Fußballbund und die Behörden genügend Garantien für einen verantwortungsvollen Liga-Abschluss eingebaut zu haben. Angesichts der Gefahr möglicher neuer Infektionsausbrüche ist das disziplinierte Verhalten der Fans bei der Wiederaufnahme der Bundesliga ein großer Glücksfall. Die deutschen Fußballfans zeigen fast alle sehr viel Disziplin und bleiben zu Hause, um die Spiele am Fernseher zu verfolgen.“

„Gazzetta dello Sport“, Rom (Italien): „Hätten wir für die Menschheit einen Fußballer wählen müssen, nur um diesem Bastard eines Virus ins Gesicht zu schlagen, hätten wir uns für Erling Haaland entschieden. (...) Er ist es, der herabsteigt und den ersten Schritt auf diesem unbekannten Planeten tut, die Augen der Welt auf ihm, und sein Hemd so gelb wie der Mond. Borussia Dortmund-Schalke 04, er schießt in der 29. Minute ins Netz. (...). So sieht ein Tor in Zeiten des Coronavirus aus. Der erste Schritt von Neil Armstrong ist noch mal etwas anderes, aber das Tor des Norwegers ist Geschichte. Die Bundesliga hat den Fußball nach Monaten des Todes und der Angst wieder zum Leben erweckt, hat die Weichen für die anderen gestellt, die immer noch nach Mut und Protokollen suchen.“

Mit dpa-Material

Der RN-BVB-Podcast

Der BVB-Podcast der Ruhr Nachrichten - einmal in der Woche Experten-Talk zum BVB. Jetzt hier, bei Spotify oder bei Apple Podcasts hören.

BVB-Newsletter

Täglich um 18 Uhr berichtet unser Team über die wichtigsten schwarzgelben Neuigkeiten des Tages.