
© Stephan Schuetze
Können sich Dortmunder nur im Impfzentrum Dortmund impfen lassen?
Standortwahl
Muss ich mich als Dortmunder in Dortmund impfen lassen - oder kann ich einen Termin im Impfzentrum einer anderen Stadt buchen? Und was ist, wenn die Hausarztpraxis hinter der Stadtgrenze liegt?
Rund um die Terminvergabe in den Impfzentren gibt es weiterhin viel Ärger. Mal tauchen falsche Infos im Impffahrplan der Stadt auf. Mal ist kein Durchkommen in den Terminhotlines der Kassenärztlichen Vereinigung. Dann meldet die Stadt, dass im Dortmunder Impfzentrum keine Termine für Menschen, die zu bestimmten Berufsgruppen oder Risikogruppen gehören, mehr frei sind. Das Frustpotenzial in Sachen Corona-Schutzimpfung ist hoch - da kann man auf die Idee kommen, andernorts sein Glück zu probieren.
Aber geht das überhaupt? Darf man sich als Dortmunder nur im Impfzentrum Dortmund oder bei einem hier ansässigen Arzt impfen lassen? Oder läuft das unabhängig vom Wohnort?
KVWL empfiehlt einen Termin im Impfzentrum vor Ort
„Aufgrund der im Moment noch begrenzten Impfstoffmenge werden die Impfstoffdosen für jeden Kreis beziehungsweise kreisfreie Stadt nach Einwohnergröße zugeteilt. Die impfberechtigten Personen sollen daher in dem für Ihren Wohnsitz zuständigen Kreis geimpft werden.“ So steht es auf der Internetseite der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).
Dabei handele es sich um eine Bitte, so Andreas Daniel, Pressesprecher der KVWL. Man sei nicht verpflichtet, sich in seiner Heimatstadt impfen zu lassen, sondern kann auch einen Termin in einem anderen Impfzentrum machen.
Größere Abweichungen bei Buchungen bringen Probleme
Da es bei der Verteilung der Impfstoffe nach Bevölkerungszahl geht, empfehle man aber, dass sich Bürger möglichst an das Impfzentrum in ihrer Stadt, ihrem Kreis wenden. Abweichungen könnten das System ansonsten in „Schieflage“ bringen: Entscheiden sich plötzlich tausende Dortmunder, sich lieber im Bochumer Impfzentrum impfen lassen zu wollen, bringe das beiden Standorten Probleme, was Termineffizienz und Impfstoffmengen angehe.
Bei der Anmeldung über das Buchungssystem hat man die Wahl unter allen Impfzentren der Region. In 98 Prozent aller Buchungen würde das heimische Zentrum gewählt, so Daniel. Grundsätzlich habe man aber die freie Wahl.
Dementsprechend ist es auch kein Problem, sich bei seinem Hausarzt impfen zu lassen, auch wenn die Praxis außerhalb von Dortmund liegt.
Berufsgruppen werden gesammelt ins Impfzentrum geladen
Anders verhält es sich bei Menschen, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe geimpft werden. „Diese Gruppen werden von ihren Heimatkreisen und -städten gesammelt eingeladen. Alle Angestellten aus Arztpraxen in Dortmund werden im Dortmunder Impfzentrum geimpft“, sagt Daniel.
1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
