Lena und Tatjana Ort sind happy: Endlich haben sie ein behindertengerechtes Auto. Sie sind noch immer fassungslos, dass so viele Menschen für sie gespendet haben. © Beate Dönnewald
Spenden-Lawine
Familie Ort zu Tränen gerührt: Endlich ein Auto für ihre behinderte Tochter
Familie Ort aus Dortmund kann es immer noch nicht fassen. Für sie und ihre behinderte Tochter ist gerade ihr größter Wunsch in Erfüllung gegangen. Viele Menschen mit Herz waren daran beteiligt.
Seit Anfang April steht das neue Auto vor der Tür: ein behindertengerechter VW Caddy, Baujahr 2016, 43.000 Kilometer gelaufen, silberfarben. Mit ihm ist endlich etwas Glück in das Leben von Familie Ort und ihrer behinderten Tochter Tatjana gerollt.
Mutter Lena Ort aus Dortmund-Bodelschwingh sitzt am Küchentisch und wischt sich immer wieder die Tränen aus dem Gesicht. Ihre Tochter Tatjana (39) tätschelt ihre Hand. „Dass es so viele herzliche Menschen gibt, damit haben wir nicht gerechnet. Ich kann das immer noch nicht begreifen“, sagt die 59-Jährige.
Lena Ort braucht nur wenige Minuten, um den Rollstuhl mit ihrer Tochter im neuen Auto zu parken und zu befestigen. Der behindertengerechte Pkw steigert die Lebensqualität der Familie um ein Vielfaches. © Beate Dönnewald
Lena Ort spricht über den Spendenaufruf im Internet, bei dem in kürzester Zeit die Wahnsinnssumme von knapp 40.000 Euro für das Auto zusammengekommen war. Rund 34.000 Euro sind nach den Abzügen, die die Internet-Plattform für die Organisation berechnet, übrig. Viel Überwindung hatte es sie und ihren Mann gekostet, Mitte Februar 2022 öffentlich über diese Redaktion um Geld zu bitten. Doch ihre Verzweiflung war einfach zu groß.
Hirnhautentzündung und Wasserkopf
Das Schicksal der Familie hat viele Dortmunder berührt: Im Alter von nur sieben Monaten erkrankte Tochter Tatjana an Meningitis (Hirnhautentzündung), es folgten unter anderem Kinderlähmung, die Diagnose Hydrozephalus (Wasserkopf) und ein epileptischer Anfall mit einer Gehirnblutung. Die junge Frau ist seitdem stark geistig und körperlich behindert und musste bereits über 50 Operationen über sich ergehen lassen.
Weitere Schicksalsschläge trafen die Familie: Die Mutter erlitt zwei Herzinfarkte, einen Schlaganfall und mehrere Bandscheiben-Vorfälle. 2012 verloren beide Elternteile unverschuldet ihre Arbeit. Vater Johann Ort fand zwar einen neuen Job, bekommt seitdem aber deutlich weniger Gehalt.
Ihren Herzenswunsch, ein rollstuhlgerechtes Auto, konnten sich die Orts also mit eigenen Mitteln nicht erfüllen. Das haben nun Freunde, Bekannte und vor allem viele fremde Menschen gemacht. Mit kleinen und großen Einzelspenden bis zu 5000 Euro, die sie über eine Internet-Spenden-Plattform online überwiesen. „Wir sind unendlich glücklich und möchten uns bei allen bedanken“, sagt Lena Ort.
Ausflug in den Park
Das neue Auto steigert die Lebensqualität der Orts erheblich. Ärzte, Kliniken und Therapeuten kann sie jetzt mit weniger Aufwand erreichen. Doch das Wichtigste: Endlich sind Ausflüge mit Tatjana möglich. Im Fredenbaumpark waren die drei Orts schon, und an einer Geburtstagsfeier in Ense konnten sie auch teilnehmen. Demnächst wollen sie nach Niedersachsen, wo der Sohn beziehungsweise Bruder wohnt.
Tatjanas Augen strahlen bei dieser Vorstellung. „Ich fahre mit meinen beiden Barbies.“ So nennt sie ihre Eltern, sich selber und auch die Reporterin am Küchentisch. Die 39-Jährige ist eine Frohnatur, die ihre Krankheiten tapfer akzeptiert und alle zum Lachen bringt. Sie bedankt sich auf ihre Weise für das neue Auto: „Ich habe dich lieb“, sagt sie und meint damit wohl jeden einzelnen Spender.
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