
© Victoria Garwer
Volksbank sucht nach alternativen Standorten um Anwohner zu schützen
Automatensprengung
Einige Volksbankkunden müssen sich noch gedulden, bis sie vor Ort wieder Bargeld abheben können. Kein Thema sei es, Filialen zu schließen, beteuert der Vorstand. Auch nicht in kleinen Orten.
„Keine Filiale wird geschlossen“, das beteuert Frank Overkamp, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Gronau-Ahaus am Rand eines Gesprächs über die Jahresbilanz 2020 der Bank.
Die Bank wolle auch in Zukunft ihr Filialnetz erhalten – gerade auch in kleineren Orten und trotz der Zuwächse, die das Onlinebanking in der Corona-Pandemie erfahren hat. Wie er erklärt, wurden 2020 rund 90 Prozent der Überweisungen online beauftragt. Auch die Zahlung per EC-Karte oder Smartphone hat in der Pandemie neue Rekorde erreicht: Um 25 Prozent sind diese bargeldlosen Verfahren gewachsen.
Beratung tritt an die Stelle des klassischen Schalterbetriebs
Lohnt sich denn der Filialservice überhaupt noch? „Ja“, sagt Frank Overkamp. Denn wo der normale Schalterbetrieb zurückgehe, würde mehr Zeit für Beratungen bleiben.
„So lange wir für alle Geschäftsstellen Mitarbeiter finden, bleiben sie auch geöffnet“, erklärt er. Momentan gebe es keine Überlegungen, einzelne Standorte zu schließen. Es sei der Bank „ein Herzensanliegen“ in allen Orten persönlich erreichbar zu bleiben.
Trotz aller Schwierigkeiten durch Kontaktbeschränkungen und Lockdown: Beratungsangebote per Telefon oder Video seien deutlich ausgeweitet worden und wurden reichlich genutzt.
Anwohner vor Automatensprengungen schützen
Etwas gedulden müssen sich noch die Volksbankkunden in Ammeloe und Lünten: Dort wurden die Selbstbedienungsfilialen nach den Automatensprengungen im Sommer auf Empfehlung des Landeskriminalamtes geschlossen.
„Diese Warnung vor organisierten Banden gilt immer noch“, erklärt Frank Overkamp. Deswegen sei die Volksbank Gronau-Ahaus gerade auf der Suche nach alternativen Standorten. Dabei gehe es um Gebäude ohne direkte Anwohner.
„Wenn dort dann wieder ein Automat gesprengt würde, hätten wir es mit Geld- und Sachschaden zu tun – aber kein Mensch würde gefährdet“, sagt er. Im Gespräch seien etwa hochwertige Containerlösungen.
Auch der Vredener Hauptstandort am Kirchplatz soll an die Winterswyker Straße verlegt werden. Dort sei ebenfalls ein Neubau geplant.
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
