Gastronomen ohne Strom: Nur in der Dönerbude brannten ein paar Lichter

© Maximilian Stascheit

Gastronomen ohne Strom: Nur in der Dönerbude brannten ein paar Lichter

rnStromausfall in Schwerte

In vielen Bäckereien und Gastronomiebetrieben landeten die frischen Produkte und Zutaten am Mittwoch wohl in der Tonne. An einigen Orten bekamen die Kunden trotzdem frische Lebensmittel.

Schwerte

, 24.02.2021, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lichter im Pizza- und Kebaphaus Aydin an der Margot-Röttger-Rath-Straße gehören am Mittwochmorgen zu den ganz wenigen Lampen in Schwerte, die noch leuchten. Allerdings handelt es sich dabei um Fehlerlampen, die durch einen externen Akku betrieben werden.

Sorge um die frischen Speisen

Wie viele andere Gastronomen und Geschäftsleute stehen Inhaber Mehmet Ali Aydin und seine Frau Zöhre vor den Türen ihres Geschäfts und beobachten gespannt, ob irgendwo in der Umgebung die Lichter wieder angehen. In der Theke liegen bereits die frischen Salate, Gurken und Tomaten, die ab Mittag eigentlich zu Pizzen und Dönern verarbeitet werden sollen. „Zum Glück ist die Theke schon ganz gut runtergekühlt, sodass die Sachen nicht so schnell schlecht werden“, erklärt Mehmet Ali Aydin gegen 11 Uhr noch hoffnungsvoll. Bei seiner Frau sind die Sorgen indes schon etwas größer: „Ich habe gerade mit meinem Sohn telefoniert, der ist bei der Feuerwehr. Er hat gesagt, dass es noch drei bis vier Stunden dauern kann, bis der Strom wieder da ist. Wenn das wirklich so lange dauert, sind unsere Sachen auch schlecht“, so die Gastronomin.

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Supermärkte blieben vorübergehend geschlossen

Nebenan haben die beiden Supermärkte ihre Filialen bereits vorübergehend geschlossen. Vor dem Aldi versperrt eine Einkaufswagenkette die offene, da elektronisch betriebene Eingangstür. Beim Rewe haben sich die Mitarbeiter selbst vor dem Eingang versammelt und versuchen, die Kunden zu vertrösten, die eigentlich ihre Einkäufe erledigen wollen.

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„Wir müssen den Laden vorübergehend geschlossen lassen. Und wenn der Strom wieder da ist, müssen wir bei dem frischen Fleisch und Fisch erst eine Temperaturkontrolle durchführen“, erklärt ein Mitarbeiter. Um die Tiefkühltruhen mache er sich allerdings weniger Sorgen: Die seien immerhin geschlossen und würden auch ohne Stromversorgung eine ganze Weile kalt bleiben.

Eine Einkaufswagenkette versperrte den Eingang zur Aldi-Filiale an der Margot-Röttger-Rath-Straße. Die elektronischen Türen ließen sich nicht mehr schließen.

Eine Einkaufswagenkette versperrte den Eingang zur Aldi-Filiale an der Margot-Röttger-Rath-Straße. Die elektronischen Türen ließen sich nicht mehr schließen. © Maximilian Stascheit

„In einer Stunde können wir das alles wegschmeißen!“

In der Bäckerei-Kamps-Filiale im Bahnhofsgebäude versucht Thomas Traunecker, seine Kunden trotz der Umstände so gut es geht zu bedienen. Er hat spontan aus der Not eine Tugend gemacht und führt mit Papier und Kugelschreiber Protokoll über die verkauften Produkte und Einnahmen. „Wir machen das jetzt einfach mal so - wie früher eben“, erzählt er und strahlt dabei tiefste Entspannung aus. Den Kaffee auf der Hand kann er den Pendlern, die am Bahnhof ankommen, zwar nicht anbieten, dafür gehen aber zumindest die bereits fertig gebackenen Waren über die Theke. Nur um die frisch gekühlten Brötchen, die in der Kühltruhe liegen, macht er sich Sorgen. „Ich schätze, nach einer Stunde können wir das alles wegschmeißen.“

Auf dem Markt lief der Verkauf weiter

Während man auch in den Bäckereien in der Innenstadt einen regen Kundenverkehr beobachten kann, hat die Metzgerei Lewe ihre Türen längst zu gemacht. Nur durch die Scheiben lässt sich beobachten, wie die Mitarbeiterinnen das Fleisch aus der Theke eifrig in Kisten packen, um es vor dem schnellen Verfall zu bewahren.

Günter Piecha (l.) verkaufte an seinem Stand auf dem Markt auch weiter frisches Fleisch. Jürgen und Gabriele Kruk freuten sich, dass sie trotz des Stromausfalls auf dem Markt einkaufen konnten.

Günter Piecha (l.) verkaufte an seinem Stand auf dem Markt auch weiter frisches Fleisch. Jürgen und Gabriele Kruk freuten sich, dass sie trotz des Stromausfalls auf dem Markt einkaufen konnten. © Maximilian Stascheit

Günter Piecha wiederum bringt seine Würstchen an seinem Stand auf dem Wochenmarkt an die Kunden und bleibt zunächst gelassen. Normalerweise sollte das Fleisch bei einer Temperatur zwischen null und zwei Grad Celsius aufbewahrt werden. „Die Theke hat immer noch circa fünf Grad und so warm ist es ja heute auch noch nicht. Ein paar Kunden haben eben schon gestaunt, wie kalt die Wurst noch ist“, berichtet der Marktbeschicker aus Hagen in der Mittagszeit.