Schwerter Autorin

Wie der Hospizlauf zu einem Roman inspirierte: Neues Buch von Chris Tewes

Alle hänseln ihn, weil er so schmächtig ist. Trotzdem erobert er seine Traumfrau – der Anfang aller Katastrophen im dritten Roman von Chris Tewes. Man erkennt darin auch Szenen aus Schwerte.

Westhofen

, 19.08.2022 / Lesedauer: 3 min

Eigentlich drängte es sie schon zu schreiben, da waren ihre beiden Söhne noch ganz kleine Geschöpfe. Aber die Frage „Worüber sollst du schreiben?“ zermarterte ihren Kopf und blockierte die Finger.

Es war einfach die falsche Herangehensweise, wie Christiane Pieper (64) heute weiß: „Das ist zu zwanghaft.“ Es ist doch alles viel einfacher. Sie sieht eine Szene vor sich, und dann geht es los mit der Geschichte, die sich daraus entwickelt.

Am Anfang stand die Figur des Hänflings

So war es auch bei dem Roman „Die Liebe und der Apfelbaum“, den die 64-jährige Westhofenerin soeben frisch gedruckt in den Händen hält. Die Schutzfolie hüllt das Buch noch ein, das mittlerweile bereits der dritte Roman ist, der unter ihrem Pseudonym Chris Tewes erschienen ist.

Ganz frei erfunden ist der Künstlername nicht, er dreht die Zeit nur ein wenig zurück. „Tewes ist mein Mädchenname“, erklärt die Autorin und verrät auch, wie die Erzählung entstand. Als erstes habe sie nur eine Figur vor Augen gehabt: „Mein Arbeitstitel war ‚Der Hänfling‘.“

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Der so Skizzierte ist Werner, ein Standesbeamter, 38 Jahre alt und mit schönen blauen Augen, aber mit einem Makel. Weil er so schmächtig und kleinwüchsig ist, wird er seit seiner Kindheit gehänselt. Seine Traumfrau Marietta ist von der Statur aus genau das Gegenteil.

Trotzdem kann er sie trickreich für sich gewinnen – und die Katastrophen beginnen. „Die freie Trauung geht schief und die Ehe auch“, sagt Chris Tewes. Der Ausgangspunkt für eine Kette überraschender Entwicklungen bei den Figuren. Am Ende ist nichts mehr, wie es vorher war.

In manchen Szenen blitzen Begebenheiten aus Schwerte auf

Hätte man gedacht, dass es den so stolzen Eroberer zu käuflichem Sex ziehen würde? Hier hatte die Autorin ein Bild aus Schwerter Straßen im Kopf, an dem sie so oft vorbeigefahren ist: „Die Prostituierte in dem Wohnwagen in Westhofen.“ Und noch bei einer weiteren Szene blitzen Anspielungen aus der Ruhrstadt durch – wenn man es weiß.

Am Rande des Hospizlaufes hatte Chris Tewes einmal junge Männer eine Teilnehmerin anfeuern hören: „Weiter Mädchen.“ Es ging ihnen aber gar nicht um den Sport, sondern um lüsterne Blicke: „Sie trug keinen Sport-BH.“

Mittlerweile sind die Söhne der Autorin erwachsen. Bei deren freier Trauung wirkte sie selbst als Rednerin mit. Diese Hochzeitsbilder hatte sie aber noch nicht vor Augen, als sie die entsprechende Schlüsselszene für ihren Roman schrieb: „Da hatten die Söhne noch nicht mal Heiratsanträge gemacht.“

Ihr Ehemann Günter Pieper ist übrigens auch schriftstellerisch unterwegs. Unter dem Titel „Ich schaffe das - Pilgern mit Rucksack und Karre“ hat er ein Buch über seine Tour auf dem Jakobsweg verfasst.

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