LANUV bestätigt: Video zeigt tatsächlich einen Wolf

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LANUV bestätigt: Video zeigt tatsächlich einen Wolf

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Ein Kirchhellener Traktorfahrer hat Anfang Juli ein Tier gefilmt, das durch ein Feld streifte. Jetzt hat das LANUV bestätigt, dass es sich dabei um einen Wolf handelt.

von Manuela Hollstegge, Maria Dehling

Kirchhellen

, 12.08.2020, 13:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der 1. Juli (Mittwoch) gegen 11.30 Uhr, als Thomas Kahnert bei der Fahrt mit seinem Traktor etwas durch ein Kornfeld an der Straße „Langer Weg“ im Grenzgebiet Hünxe/Kirchhellen laufen sah. „Erst lief das Tier über die Straße, dann durch das Feld“, erzählt er.

Am Gang habe er gleich erkannt, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handelte. „Ich vermute, dass es ein Jungtier ist, da es sehr zierlich und nicht so groß aussah. Gloria war es auf jeden Fall nicht“, so Kahnert. Er zückte sein Handy und machte ein Video, wie das Tier durch das Feld trabt.

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Die Recherche der Dorstener Zeitung führte dazu, dass das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) NRW sich mit dem Video, das bereits durch das Internet geisterte, befasste. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat jetzt bestätigt, dass es sich bei dem gefilmten Tier tatsächlich um einen Wolf handelt. „Das Video lässt keinen Rückschluss auf das beobachtete Wolfsindividuum zu“, heißt es jedoch auch.

Beobachtungen von Wölfen und anderen Wildtieren aus Fahrzeugen heraus seien häufig. Wildtiere würden Menschen in Fahrzeugen nicht als Menschen erkennen und würden daher nicht flüchten. „Der Wolf sucht offensichtlich den kürzesten Weg, um der Situation auszuweichen. Eine aktive Annäherung an das Fahrzeug erfolgt nicht. Ein auffälliges oder problematisches Verhalten liegt nicht vor“, schlussfolgert die DBBW.

Video
Wolf in Kirchhellen

Wilhelm Deitermann, Sprecher des LANUV, erklärt, dass es zur Bewertung von Videos oder Fotos, die einen Wolf zeigen sollen, ein vorgeschriebenes Prozedere gebe. „Der oder diejenige, die das Video gemacht hat, muss sich als erstes beim LANUV über den offiziellen Meldeweg an uns richten“, so Deitermann. Sollte das Video einen Wolf zeigen, werde sich eine Fachperson oder ein zuständiger Wolfsberater melden, um sicherzugehen, dass es sich um ein authentisches Video handele. Vorab werde bereits geprüft, ob es ein neues oder bereits vorhandenes älteres Video sei. „Die Bewertung, ob Wolf oder nicht, wird immer in Zusammenarbeit mit den bundesweiten Wolfsexperten des DBBW erstellt, da Hund und Wolf in vielen Fällen nicht einfach voneinander zu unterscheiden sind“, sagt Deitermann.

Am 30. Juli hatte es mehrere vermeintliche Wolfsrisse bei der Familie Jansen in Kirchhellen gegeben. Zwei Schafe waren dabei gestorben, drei weitere verletzt. Inzwischen hat das LANUV weitere Wolfsnachweise in Hünxe bestätigt. Unter anderem tötete Gloria dort am 26. Juni ein Schaf. Am 14. Juli wurden zwei Rotwildkälber und am 22. Juli ein weiteres Schaf von einem noch nicht näher identifizierten Wolf gerissen sowie zwei Schafe verletzt.