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Hullerner Asbest-Scheune: Schaden deutlich höher als zunächst angenommen
Scheunenbrand
Bis auf die Mauern war vor knapp vier Monaten eine Asbest-belastete Scheune in Hullern niedergebrannt. Nun gibt es Neuigkeiten über den Zustand des Gebäudes und den Stand der Ermittlungen.
Das Gelände hinter der ehemaligen Brennerei in Hullern ist aktuell abgesperrt. Hier hatte am 14. März eine Scheune lichterloh gebrannt. Die Mauern stehen noch. Inzwischen ist klar: Der durch den Brand entstandene Schaden ist weit höher als zunächst gedacht. Und: Das Scheunen-Mauerwerk gilt als einsturzgefährdet und muss abgerissen werden. Das hat Sophie Hoffmeier, Sprecherin der Stadt Haltern, jetzt auf Anfrage mitgeteilt.
Scheunengelände bis heute gesperrt
Im Dachstuhl des Gebäudes war Weiß- und das noch gefährlichere Blauasbest verbaut worden. Eine Fachfirma hatte die Brandstelle und die öffentlichen Flächen reinigen müssen. Am 19. März waren diese Arbeiten nach Angaben Hoffmeiers beendet worden. Bis zum 7. Mai blieb die Straße im Bereich der Scheune komplett gesperrt. „Es bestand die Gefahr der Verletzung durch hinunterfallende Gebäudeteile“, erklärte die Sprecherin.
Erst danach habe man sich aus Sicherheitsgründen auf die Absperrung des reinen Scheunengeländes beschränkt. Darum habe sich der Eigentümer gekümmert.
Nachbargrundstücke und Feuerwehr-Schutzanzüge kontaminiert
Die Polizei hatte den Sachschaden zunächst auf 150.000 Euro geschätzt. Erst später wurde deutlich, dass die Schadenssumme weiter steigen würde.
Denn auch auf den Grundstücken der Nachbarn mussten Asbest-Splitter beseitigt, Häuser und Flächen gereinigt werden.

Die Mauern der Scheune müssen nun abgerissen werden. © Ingrid Wielens
Auch die Stadt meldete großen Schaden, denn bei dem Brandeinsatz wurden die Schutzanzüge der Feuerwehrleute kontaminiert. Nach der Empfehlung des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) seien sie fachgerecht entsorgt worden, hieß es seitens der Stadt. Außerdem mussten Fahrzeuge und Geräte intensiv gereinigt werden.
Neue Feuerwehr-Schutzanzüge für 45.000 Euro
Die Halterner Feuerwehr hatte sich nach dem Brand in Hullern Feuer-Schutzanzüge ausleihen müssen, mit den 45 bestellten neuen Schutzanzügen werde noch in diesem Monat gerechnet. Auf rund 45.000 Euro belaufe sich die Rechnung, sagte Sophie Hoffmeier. Die Stadt als Geschädigte habe die Ansprüche beim Gebäudeversicherer der Scheune geltend gemacht.

Hinter der alten Brennerei war die Scheune in Brand geraten. © Ingrid Wielens
Die Ursache für den Brand in der Scheune war wahrscheinlich ein technischer Defekt.
Die Polizei hatte nach der Begehung des Brandorts Ermittlungen gegen einen 37 Jahre alten Halterner wegen fahrlässiger Brandstiftung aufgenommen. Nach damaligen Angaben von Anwohnern waren bei den Löscharbeiten auch Gasflaschen gefunden worden. Auch die Bezirksregierung Münster war involviert. Das Verfahren wurde schließlich der Staatsanwaltschaft in Essen übergeben.
Staatsanwaltschaft hat das Verfahren inzwischen eingestellt
Wie Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens jetzt allerdings erklärte, sei das Verfahren eingestellt worden. „Es besteht kein öffentliches Interesse und es besteht nur eine geringe Schuld“, erklärte Jürgens. Der Verdächtige sei darüber hinaus selbst hinreichend geschädigt und auch beeindruckt von dem Geschehen. Er sei bisher strafrechtlich auch niemals in Erscheinung getreten, hieß es weiter.
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
