
© Carolin West
„Tatort“-Dreh in Dortmunder Restaurant – Doch der Inhaber ist bitter enttäuscht
Olá Kalá
Die „Tatort“-Dreharbeiten in Dortmund sorgen für Gesprächsstoff – vor allem beim Betreiber des Restaurants „Olá Kalá“. Denn das bekommt doch nicht die erhoffte Werbung.
Scheinwerfer am Straßenrand des Lütgendortmunder Hellwegs zeugen von den Dreharbeiten, die an der Kreuzung mit der Lütgendortmunder Straße stattfinden. Das „Tatort“-Fernsehteam hat sich ausgebreitet.
Zwei Mitarbeiter messen am Donnerstagvormittag (14.11.) die Bushaltestelle „Am Düppersholl“ aus. Warum? Das bleibt geheim. So wie alles rund um den „Tatort“-Dreh in Dortmund. Fast alles. Denn eines ist für alle gut sichtbar: Das griechische Restaurant Olá Kalá präsentiert sich im neuen Gewand.
Statt griechischer Spezialitäten kostet Kriminalhauptkommissar Peter Faber hier offenbar italienisches Essen. „Trattoria“-Schilder prangen dort, wo vorher „Olá Kalá“ stand. „Der Inhaber dachte, sein Olá Kalá wird berühmt, das wird wohl nichts“, kommentiert ein Facebook-User mitleidig.
Restaurantinhaber wusste von nichts
Im Vorfeld der Dreharbeiten hatte Restaurantinhaber Ioannis Bogiatzidis gesagt, der „Tatort“-Dreh sei für das Olá Kalá „eine tolle Werbung“. Er hoffte auf neue Gäste. Doch zumindest von außen wird sein Restaurant im Fernsehen nicht erkennbar sein. Das weiß jetzt auch Bogiatzidis. „Das ist natürlich nicht die Werbung, auf die wir gehofft hatten“, sagt er.
Ob und was das Drehteam im Innenraum verändert hat, wird erst bei der Ausstrahlung zu sehen sein. Denn was in und um sein Restaurant passieren würde, wusste Ioannis Bogiatzidis im Vorfeld nicht.
„Das ist geheim. Ich stelle nur meine Räume zur Verfügung“, sagte er. Und das für eine ganze Woche. Seit dem 9. November ist das Olá Kalá geschlossen. Am 16. November soll es wieder zu den normalen Zeiten öffnen.
Kiosk-Mitarbeiter kritisiert die Dreharbeiten
Bis dahin wird es eine fiktive Trattoria bleiben. „Spielt vielleicht in der Vergangenheit“, spottet ein Facebook-User – und bezieht sich auf ein italienisches Restaurant, das es an der Stelle früher einmal gab.

Scheinwerferständer stehen am Straßenrand des Lütgendortmunder Hellwegs. © Carolin West
Einen weniger unterhaltsamen Blick in die Vergangenheit wirft Kiosk-Mitarbeiter Jazek Wroblewski. Der Kiosk befindet sich unweit des Restaurants Olá Kalá – und ist von der Sperrung für die Dreharbeiten betroffen.
„Wenn hier gedreht wird, ist der Kiosk tot“, sagt Wroblewski. Am ersten Drehtag (11.11.) habe der Kiosk deutlich weniger eingenommen als normalerweise. „Es kommt ja niemand hierhin“, erklärt Jazek Wroblewski. „Man darf ja noch nicht einmal mehr vor die Tür gehen als Anwohner.“
Autofahrer beobachten Dreharbeiten
Der Kiosk-Mitarbeiter fürchtet, dass es noch mehr Drehtage geben könnte als angekündigt. „Wenn da mal jemand vom Fernsehteam krank ist, reichen die zwei Tage vielleicht nicht aus“, sagt Wroblewski.
Doch bislang deutet nichts darauf hin. Eine Ankündigung zur Verlängerung der Dreharbeiten gibt es nicht. Autofahrer beobachten das Ganze eher interessiert als kritisch. Manche machen sogar Fotos von dem Restaurant mit den neuen Schildern.
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
