Nazi-Brennpunkt

Bei rechtsextremen Straftaten steht Dortmund im Städtevergleich an oberster Stelle

Dortmund ist einer der Nazi-Brennpunkte in Nordrhein-Westfalen. Verfassungsschutz und Polizei wollen Radikalisierungen früh erkennen und ein Abdriften in den Rechtsterrorismus verhindern.

Dortmund

, 31.03.2019 / Lesedauer: 2 min

Polizeieinsatz in Unterdorstfeld: Dieses Wohnhaus ist Rückzugsraum auch für rechtsextreme Straftäter. © Peter Bandermann (Archiv)

Dortmund ist einer der Nazi-Brennpunkte in Nordrhein-Westfalen: Nirgends wurden 2018 im Bundesland so viele rechtsextreme Straftaten verzeichnet wie hier. 253 solcher Taten waren es laut NRW-Innenministerium.

Mit 243 „politisch motivierten Straftaten rechts“, wie die offizielle Bezeichnung lautet, lag das fast doppelt so große Köln auf Platz 2, bereits mit deutlichem Abstand foltgen Düsseldorf (194) und Wuppertal (152).

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Seit Mitte März werden die Gefahren rechtsextremer Gewalt wieder verstärkt weltweit diskutiert – seit in der neuseeländischen Stadt Christchurch ein mutmaßlicher Rassist aus Australien mit martialischer Waffengewalt 50 Menschen ermordete, die sich in Moscheen aufhielten. Der Tatverdächtige war ideologisch aufgeladen mit rechtsextremem Hass.

Combat-18-Kontakte nach Dortmund

Militante Nazis gibt es auch in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen und in Dortmund. Sie nehmen im In- und Ausland an Schießtrainings teil. Eine dieser radikalen Organisationen heißt „Combat 18“. Mitglieder haben feste Kontakte zu Dortmunder Nazis und der Partei „Die Rechte“.

Eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums sagte auf Anfrage, dass der Verfassungsschutz und die Polizei die Radikalisierungsprozesse unter Nazis früh erkennen und ein Abdriften in den Rechtsterrorismus verhindern wollen.

Land bietet Aussteigerprogramme an

So genannte „Gefährder-Ansprachen“ sollen Mitgliedern des politisch motivierten kriminellen Milieus signalisieren, dass die Behörden sie „systematisch identifizieren und kategorisieren“. Zugleich bietet NRW ein Ausstiegsprogramm an. Das Vorgehen gegen Rechtsextremisten gleicht den Methoden, mit denen die Behörden auch islamistische Extremisten beobachtet.

Wie ausgeprägt sind die Kontakte zwischen der Dortmunder Nazi-Szene und militanten Gruppen wie „Combat 18“? Dieser Frage gehen wir in einem Hintergrund-Artikel nach, den wir Montagmittag (1.4.) veröffentlichen.