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Bürgerpark in Dorsten: Terrassenbar öffnet, Kulturprogramm läuft an
Coronavirus
Corona hat die Open-Air-Sommerkultur im Bürgerpark nicht in die Knie zwingen können: Die Gastronomie am Kanal öffnet wieder, die Veranstaltungen beginnen - wenn auch in abgespeckter Form.
Ein Sommer ohne unterhaltsam-anspruchsvolle Open-Air-Kultur im Amphitheater des Bürgerparks Maria Lindenhof? Das ist in Dorsten nicht mehr denkbar, seitdem das Team der hiesigen Agentur „Schaukelbaum“ vor zwei Jahren damit begonnen hat, den coolsten Freiluft-Veranstaltungsort der Stadt wieder mit Leben zu füllen.
Auch die Corona-Krise hat es glücklicherweise nicht geschafft, die Erfolgsreihe aus der Spur zu werfen. „Wir haben einen Fahrplan für die nächsten Monate aufgestellt“, kündigt Schaukelbaum-Mit-Geschäftsführer Kevin Over an, der das Kulturprogramm im Auftrag des Bürgerparks kuratiert hat. Die Kulturfreunde in der Stadt dürfen sich also freuen.
„Oude Marie“ auf ab Freitag (5. Juni)
Was ursprünglich bereits Anfang Mai starten sollte, fängt nun mit mehrwöchiger Verspätung an. Das gilt nicht nur für das kulturelle, sondern auch für das gastronomische Angebot. „Am Freitag 5. Juni, öffnen wir unsere Terrassenbar Oude Marie“, sagt Mit-Geschäftsführer Birger Schwalvenberg. Sie wird - so die Corona-Regelungen und das Wetter es erlauben - bis in den September hinein freitags und samstags von 10 bis 22 Uhr sowie sonntags von 10 bis 21 Uhr geöffnet sein.
Die Gastronomie mit Sitzmöglichkeiten auf den Terrassen am Kanal und das To-Go-Getränkegeschäft ist natürlich von Corona-Beschränkungen betroffen. „Um die Abstandsregelungen einhalten zu können, ist die Zahl der Sitzplätze auf 40 beschränkt“, so Mila Ellee (Planungsamt der Stadt Dorsten). Und: „Das Mitbringen und Verzehren eigener Speisen und Getränke ist nicht gestattet“, ergänzt Birger Schwalvenberg.

Steve Savage wird in diesem Jahr mit Band zur Saison-Konzertpremiere im Amphitheater anreisen. © Privat
Dies gelte auch bei den geplanten Konzerten, Theateraufführungen, Lesungen und Kinderveranstaltungen im Amphitheater. Wegen der Corona-Einschränkungen wird die Zahl der Besucher pro Veranstaltung auf jeweils 100 beschränkt.
Mit Holz umzäunt
Am jeweiligen Veranstaltungstag wird mit Holzelementen der Lembecker Firma „Elvermann“ ein Zaun um das steinerne Rund gezogen, an den Eingängen kontrolliert Security-Personal die Tickets. „Oude-Marie“-Betrieb und Veranstaltung laufen parallel und gleichzeitig voneinander getrennt.
„Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist weiterhin frei“, betont Birger Schwalvenberg. Die Karten müssen allerdings am Sonntag oder Montag vor dem an dem jeweiligen Wochenende stattfindenden Konzert abgeholt werde. Beispiel: Wer das erste Konzert mit Steve Savage and Band (12. Juni, ab 19.45 Uhr) besuchen möchte, muss am Sonntag (7. Juni) ab 10 Uhr an der Kanal-Terrassenbar „Oude Marie“ erscheinen.
Persönliche Daten angeben
Dort erfolgt die Ausgabe der limitierten, kostenlosen 100 Besuchertickets. „Dort werden dann die persönlichen Daten der Ticketerwerber inklusive Anschrift und Telefonnummer aufgenommen“, erklärt Birger Schwalvenberg. Pro Person würden maximal vier Tickets abgegeben. Der Abgleich der Daten erfolge am Einlass der Veranstaltung.
„Falls das Kontingent am Sonntag nicht aufgebraucht ist, können am Montag darauf weitere Tickets bei der Stadtinfo Dorsten in der Recklinghäuser Straße 20 abgeholt werden“, so Schwalvenberg. „Die Tickets sind nicht übertragbar, daher bitten wir, verantwortungsvoll mit dem Erwerb der Karten umzugehen, um keine Sitzplätze für andere Bürger durch Nichterscheinen zu blockieren.“

Um das Amphitheater wird bei Veranstaltungen ein Zaun gezogen, 100 Sitzplätze werden ausgewiesen. © Grafik Schaukelbaum
Das gleiche Prozedere gilt dann für die weiteren Veranstaltungen. Für das Konzert mit Nilua/Julika Elizabeth (Samstag, 20. Juni) gibt es die Karten am 14./15. Juni, für die Lesung des Cornelia-Funke-Baumhauses (Samstag, 27. Juni) ist der Ticket-Erwerb am 21./22. Juni möglich. Heißt im Umkehrschluss: Karten für zeitlich entferntere Veranstaltungen zu bekommen, ist nicht möglich.
„Grundversorgung bieten“
„Wegen der Corona-Krise können wir unser ursprünglich geplantes Programm in seiner Vielfalt und Breite nicht aufrechterhalten“, bedauert Kurator Kevin Over. „Aber wir wollten zumindest eine Grundversorgung bieten.“ Im Juni und Juli wird es pro Wochenende nur ein Angebot geben, wie es danach aussieht, ist noch offen.
„Wir sind froh, dass einige Künstler aus unserem Netzwerk spontan für entfallende Termine einspringen können“, so Over. Beispielsweise Steve Savage, der am 12. Juni an Stelle des Chansoniers Sebastian Krämer einspringen wird. „Steve Savage ist bereits zweimal hier aufgetreten. Er hat dieses Mal neue Gastmusiker eingeladen und wird auch seine neuen musikalischen Folk-, Rock- und Pop-Werke vorstellen.“
Wohl kein Reggae- und Salsa-Abend
Leider entfallen nach gegenwärtigem Stand Höhepunkte der Saison, wie etwa die im Juli geplanten Reggae- und Salsa-Abende, zu denen mehr als 1000 Zuschauer erwartet worden wären.
„Die Programmhefte werden durch eine aktualisierte Programmübersicht ergänzt“, so die Veranstalter: „Wir bitten trotzdem, den Ankündigungen zu folgen, die über Facebook, Instagram und die Medien angekündigt werden.“
Schaukelbaum-Team und Bürgerparkverein sind froh über die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Stadt und darüber, dass die Sonsoren Sparkasse Vest Recklinghausen, Rostfleckhaus, Obstbrennerei Böckenhoff, Team Confides, Auto Sprungmann und Privatbrauerei Stauder trotz reduzierten Angebots wie gehabt dabei sind.
Weitere Spender erwünscht
„Da die zu erwartenden Zusatzkosten den budgetierten Rahmen
sehr überschreiten, würden wir uns über weitere Spenden in Sammelbüchse, Hut oder per Überweisung sehr freuen“, so Hans Kratz, Vorsitzender des Bürgerpark-Vereins Maria Lindenhof (buergerpark-maria-lindenhof.de).
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
