
© Bernd Paulitschke
Workshop in der JVA musste ausfallen – Notlösung für Schwerter Krippenweg 2020
Schwerter Krippenweg
Für ihre zeitkritischen Themen beim Krippenweg ist die Künstlerin Elisabeth Stark-Reding bekannt. Wegen Corona konnte sie diesmal nicht mit Gefangenen daran arbeiten, fand aber eine Lösung.
Ein zeitkritisches Projekt für die heimelige Weihnachtszeit: Auf die Vermüllung der Meere durch Plastik und das daraus resultierende Fisch- und Vogelsterben wollen die Künstlerin Elisabeth Stark-Reding und der Designer Christoph Prausnitz mit einer Station für den 6. Schwerter Krippenweg aufmerksam machen.
Zur Vorbereitung fand am vergangenen Samstag unter ihrer Anleitung auf dem Plateau der alten Mühle an der Mühlenstraße ein Offener Keramik-Workshop statt, bei dem Ausstellungsstücke gestaltet werden konnten.
Corona verhinderte das Gestalten in der Justizvollzugsanstalt
„Unter normalen Voraussetzungen hätte der Workshop in den Werkstätten der Justizvollzugsanstalt dort mit Insassen stattfinden sollen. In Zeiten der Pandemie ist das nicht möglich, zwang uns zum Umdenken“, sagte Elisabeth Stark-Reding: „Aber das im letzten Jahr in der JVA begonnene zeitkritische Projekt für den 6. Schwerter Krippenweg wollten wir unvollständig nicht aufbauen. Deshalb verlegten wir spontan den Workshop in Schwertes Altstadt.“

Die Keramikarbeiten werden in der JVA Ergste gebrannt und kommen dann in ein Fischernetz. © Bernd Paulitschke
Statt der Gefangenen wirkten jetzt andere Freiwillige mit. Und die folgten zahlreich dem Ruf: Kinder und Erwachsene, nicht nur aus Schwerte, sondern auch aus der Nachbarstadt Hagen.
Sogar Stuttgarter auf Familienbesuch beteiligten sich an der Aktion unter einem Zeltdach. Dr. Rudolf Schiffmann begleitete den Workshop musikalisch mit der Gitarre.
Die Künstler greifen seit fünf Jahren aktuelle Themen auf
Seit fünf Jahren erarbeiten Christoph Prausnitz und Elisabeth Stark-Reding mit Insassen der Justizvollzugsanstalt Ergste Installationen und Skulpturen zu jeweils aktuellen Themen für den Schwerter Krippenweg, um die Aktion zu bereichern. Sie hießen „Den Frieden nicht mit Füßen treten“ oder „Invasion der Engel“, das die Flüchtlingsprobleme aufgriff. Im vergangenen Jahr schließlich demonstrierten lebensgroße „Demonstranten“ für Menschenwürde, Toleranz, Weltoffenheit sowie gegen Rassismus.
Keramikarbeiten werden später in ein Fischernetz gepackt
In diesem Jahr wird also die Vermüllung der Meere durch Plastik und das daraus resultierende Fisch- und Vogelsterben als Thema erarbeitet. Die von den Bürgern erstellten Keramikarbeiten werden nach dem Trocknen in den Werkstätten der JVA gebrannt und anschließend in ein Netz eingearbeitet.
Die Arbeitsgemeinschaft „Schwerter Krippenweg“ hatte entschieden, trotz Coronakrise auch in diesem Jahr einen Krippenweg in Schwerte-Mitte zu veranstalten. Die Aktion wurde unter das Motto „Neue Wege zulassen“ gestellt. Eine Eröffnungsfeier und Führungen soll es in diesem Jahr allerdings nicht geben.
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
