Dirk und Yasmin Becker haben zweieinhalb Stunden in einer mietbaren Wellness-Suite verbracht. Zeit, die sie für ihre Partnerschaft als sehr wertvoll erachten.

Dirk und Yasmin Becker haben zweieinhalb Stunden in einer mietbaren Wellness-Suite verbracht. Zeit, die sie für ihre Partnerschaft als sehr wertvoll erachten. © Dirk Becker

„Quality time“ für Paare: Ein Besuch im „Private Spa“

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Stress, Termine, Aufgaben – oft fehlt die Zeit, in einer Partnerschaft zu zweit wirklich zur Ruhe zu kommen. Reporter Dirk Becker war mit seiner Frau im „Private Spa“. Ein Erfahrungsbericht.

von Dirk Becker

Unna

, 28.05.2022, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Meine Frau Yasmin muss früh zur Arbeit, ich darf mich dann noch zweimal umdrehen. Dafür komme ich erst von der Arbeit, wenn sie schon die erste Müdigkeit übermannt. An den Wochenenden dreht sich alles um das Haus und den Garten oder meine Tochter verdient an den Papa-Wochenenden den größten Teil meiner Aufmerksamkeit. Yasmin und ich wissen, dass wir mehr Zeit intensiv miteinander verbringen sollten. Jetzt haben wir eine Möglichkeit gefunden, wirklich abzuschalten: im „Private Spa“.

Es gibt inzwischen mehrere Unternehmen, die Wellness-Räume stundenweise vermieten. Wir haben uns das schön vorgestellt: Eine eigene Suite mit Sauna und Whirlpool, dazu gibt es kleine Speisen und Getränke. Und tatsächlich: Der im Internet gebuchte Besuch in der My-Wellness-Filiale in Dortmund-Aplerbeck hält, was wir uns davon versprechen. Wir haben einen großen Raum mit Sauna, Regendusche und einem Abkühlbereich.

Ein Whirlpool – zuhause wird nur geduscht

Die meiste Zeit der gebuchten zweieinhalb Stunden werden wir aber im Whirlpool verbringen, der auch über Massagedüsen verfügt. Zuhause haben wir nicht mal eine Badewanne, sondern nur eine klassische Dusche. Im Pool entspannen wir, wir werden still und genießen das Ambiente, das wir über die Auswahl von verschiedenen Lichtfarben sogar noch verändern können. Da können wir wirklich vom Alltag abschalten – und es ist ganz anders als in den Freizeitbädern, wo immer wieder Menschen dazukommen, andere den Whirlpool verlassen. Außerdem haben wir hier echte Ruhe.

Fast unweigerlich kommt die Frage auf, ob wir so ein kleines Paradies nicht auch zuhause haben möchten. Irgendwie schon, doch das Ganze ist teuer und zudem fehlt der Platz. Wir wissen schnell: Wir werden wieder herkommen und die Zeit ohne Stress und Smartphone genießen.

Ab in die Sauna! Ein Palm-Aufguss sorgt bei 65 Grad für den schönen Duft.

Ab in die Sauna! Ein Palm-Aufguss sorgt bei 65 Grad für den schönen Duft. © Dirk Becker

Erstmal geht es aber in die Sauna. Wir durften uns einen Aufguss aussuchen und können auch noch einen zweiten bekommen. Darauf verzichten wir. Ohnehin wird schnell klar: Selbst die 65-Grad-Sauna sind wir nicht gewöhnt, wir sind relativ schnell wieder draußen – trotz des wundervollen Palmduftes. Wir ordern stattdessen Getränke und Salate und sprechen über all das, was sonst zu kurz kommt.

Wertvolle Zeit der Zweisamkeit

Die Zeit, die wir hier miteinander verbringen, kommt uns unglaublich wertvoll vor – „Quality time“. Wir hatten fast vergessen, wie schön Zweisamkeit sein kann – und zwar auch die ohne den Austausch von Zärtlichkeiten. Die sind laut Hausordnung nicht erwünscht – und das aus guten, nämlich hygienischen Gründen.

Der Wellness-Besuch wurde nicht von einem Unternehmen gefördert, sondern komplett privat finanziert.