Die öffentliche Toilette in der Lüner Innenstadt ist immerhin sauber: Die Öffnungszeiten schränken das Angebot aber besonders am Wochenende stark ein. © Matthias Stachelhaus

Stadtentwicklung

Öffentliche Toiletten in Lünen: neuer Lagebericht und Lösungen sollen her

Wer in Lünen mal muss, muss sich umschauen. Öffentliche Toiletten sind Mangelware und beschränkte Öffnungszeiten machen es nicht besser. Die Stadt soll einen Lagebericht und Vorschläge liefern.

Lünen

, 07.09.2021 / Lesedauer: 3 min

Öffentliche Toiletten sind in Lünen nicht nur Mangelware, sondern auch ein Dauerthema. Dabei drückt es nicht nur den Menschen, die in der Lüner Innenstadt unterwegs sind. Auch in der Lokalpolitik ist der Mangel an stillen Örtchen in der Stadt immer wieder Thema. Auch das schon seit langem.

Zuletzt hatte die Stadtverwaltung im Februar ein Konzept über eine neue Toilettenanlage am Lüner Hauptbahnhof vorgestellt. Die Kosten für den Neubau sollen sich auf 120.000 Euro belaufen. Auch bei der Sanierung der Persiluhr-Passage sollen neue öffentliche Toiletten entstehen (bis Herbst 2023) und die laut Verwaltung sanierungsbedürftige Anlage im Hauptbahnhof könnte ab 2023 - dem angedachten Start der Modernisierung durch die Deutsche Bahn - ebenfalls erneuert werden.

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Öffnungszeiten beschränken schmales Angebot weiter

Das weitere Angebot ist (und bleibt) sehr überschaubar. Zwischen Markt und Kino, Im Hagen, gibt es eine öffentliche Toilette. Die hat, genau wie das WC im Rathaus, aber Öffnungszeiten. Auch im Hauptbahnhof kann der Schlüssel fürs stille Örtchen nur zu Geschäftszeiten der Awo an der Radstation abgeholt werden.

Wer im Hauptbahnhof auf die Toilette gehen möchte, muss sich erst den Schlüssel an der Radstation abholen. Das klappt natürlich nur während der Öffnungszeiten. Und die sind mittlerweile andere, als auf dem Schild stehen. © Matthias Stachelhaus

Wer abseits der Öffnungszeiten in Lünen unterwegs ist und mal muss, schaut häufig in die Röhre. Wie groß das Problem ist, was zur Abhilfe getan werden kann, was es kostet und wie groß der Bedarf ist, wird die Verwaltung jetzt prüfen. Erneut.

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Dabei soll die Stadt, nach einstimmigem Beschluss des Ausschusses für Bürgerservice, prüfen:

Welche Möglichkeiten für eine (öffentliche) Toilettennutzung im Stadtgebiet bestehen. Inklusive der Kosten, die dafür unter Umständen fällig werden und Angeboten, die Einzelhandel und Gastronomie bieten.Welche Kosten durch aktuell bestehende öffentliche Anlagen verursacht werden.Wo weiterer Bedarf gesehen wird.Das Ergebnis soll im zweiten Quartal 2022 vorgelegt werden.

In der Begründung des Prüfauftrags von CDU und SPD heißt es außerdem: „Eine kostensparende Lösung könnte die Aufstellung von sogenannten Eco-Toiletten oder Trockentoiletten sein. Diese wären auch unter dem Umweltaspekt wünschenswert.“

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Langjährige Debatte ohne Lösung

Wer sich nun erinnert fühlt, an vergangene Anträge und Debatten: Die sind auch den Antragsstellern bekannt. In der Vergangenheit hatten sich unter anderem der Seniorenbeirat und der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung mit dem Thema befasst, „ohne jedoch eine stadtweite Lösung hervorzubringen“, heißt es weiter.

Das soll sich ändern und das nicht immer ganz so appetitliche Thema umfassend aufgegriffen und zusammen mit der Verwaltung in den politischen Gremien beraten werden.

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„Das war lange überfällig“, sagte etwa Peter Korte vor dem Ausschuss dazu. Nicht nur in der Innenstadt, auch in Brambauer sei das Problem groß. Denn wo kein Klo zur Verfügung steht, erleichtern sich Manche eben anderweitig. Wildes urinieren (und mehr) war in der Vergangenheit immer wieder Thema auch in der Berichterstattung unserer Redaktion.

Schilder und Barrierefreiheit

Kortes Vorschlag, doch einfach ein günstiges Bezahlschloss im Hauptbahnhof anzubringen, erteilte Ludger Trepper, Abteilungsleiter des Bereichs Jugend und Soziales eine Absage. Denn das sei nicht mit einem „Ein-Euro-Schloss“ zu verwirklichen.

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Ein weiterer Hinweis aus dem Ausschuss an die Verwaltung: Es fehlen Schilder, die auf die öffentlichen Toiletten hinweisen. Das mache die Suche für Besucher von außerhalb Lünens nicht eben leichter. Was den Zustand der Toiletten allgemein angeht, solle auch der Blick auf Barrierefreiheit und Menschen mit Sehbehinderung nicht vergessen werden. Was das Ertasten der Umgebung in einer öffentlichen Toilette heißen muss, mag sich jeder selbst vorstellen.

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