
© Guido Bludau
Wulfener Markt - die Wohnungen sind unbeschreiblich verdreckt (mit Video)
Schrottimmobilie
Im Wulfener Markt stehen 130 Wohnungen leer. Die Zustände in den Unterkünften sind haarsträubend: Taubenkot, Hausmüll und Brandschutt stehen dem Abriss noch im Weg.
Dagmar Stobbe vom Planungs- und Umweltamt der Stadt schildert sachlich, was eigentlich jeder Beschreibung spottet: Welche Hinterlassenschaften der ehemaligen Mieter aus den Wohnungen am Wulfener Markt erst beseitigt werden müssen, bevor der Abriss der Immobilie beginnen kann.

Dagmar Stobbe im Hausflur zu den Wohnungen: Hier haben Tauben gehaust und ihren Kot hinterlassen. © Guido Bludau
Zwei der 130 Wohnungen stehen beispielhaft für das, womit es Mitarbeiter von Fachfirmen zu tun haben: „Es sind Wohnungen, die jahrelang nicht gereinigt worden sind. Eine Wohnung ist ausgebrannt, hier muss der Brandschutt beseitigt werden. In einer anderen Wohnungen haben sich Tauben eingenistet, weil die Tür offenstand. Taubenkot ist hochinfektiös und muss fachgerecht entsorgt werden“, sagte Stobbe.
Der Taubenkot kann nicht mal eben so eingesammelt oder beseitigt werden. Da er als hochansteckend gilt, müssen Mitarbeiter in Schutzanzügen und mit Masken vor Mund und Nase zu Werke gehen. „Der Kot wird in luftdichte Behälter gefüllt. Die Behälter werden mit dem Inhalt verbrannt“, so Dagmar Stobbe.
Widerliche Hausmüllberge türmen sich indes in einer anderen Wohnungen. Ein Tisch ist übersät mit Lebensmittelabfällen und Verpackungen. Auch das muss in Containern entsorgt werden.
Dagmar Stobbe rechnet damit, dass die Entrümpelung der 130 Wohnungen acht bis zwölf Wochen dauert. Die Beseitigung von Taubenkot und Hausmüll wird etwa vier Wochen beanspruchen.
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
